Ein paar schnelle Antworten vorab
Ist LEGO SERIOUS PLAY (LSP) wissenschaftlich fundiert, oder nur eine nette Kreativmethode?
Die Methode stützt sich auf Konstruktivismus, Konstruktionismus, Neurowissenschaft, Flow-Theorie und Spieltheorie. Seit 2001 im Einsatz, seit über zwei Jahrzehnten in der Praxis, nicht letztes Quartal erfunden.
Wer hat die Methode entwickelt?
Die ursprüngliche Idee stammt von Johan Roos, Bart Victor und dem damaligen LEGO-Firmenbesitzer Kjeld Kirk Kristiansen, Mitte der 1990er-Jahre. Entwickelt hat sie ein Team um Robert Rasmussen, dann kam Per Kristiansen hinzu. Gemeinsam gründeten sie 2010 die Association of Master Trainers (AoMT), die die Methode bis heute in ihrer ursprünglichen Tiefe weitergibt.
Was unterscheidet LSP von einer normalen Workshop-Diskussion?
In den meisten Meetings redet ein kleiner Teil der Anwesenden, der Rest hört zu, nickt und behält die eigentliche Meinung für die Kaffeepause. Bei LSP baut, erzählt und wird jede Person gehört. Dadurch kommt wirklich jede Perspektive auf den Tisch, nicht nur die der lautesten Stimmen.
Wie finde ich heraus, ob die Methode zu mir passt, ohne mich gleich für die vier Tage Ausbildung zu entscheiden?
Im kostenlosen Meetup bekommst Du einen ersten Eindruck, ganz ohne Dich gleich festzulegen.
Was nimmst Du aus der Ausbildung konkret mit?
Was nimmst Du aus der Ausbildung konkret mit? Neben dem Verständnis der Methode einen einsetzbaren Blueprint für einen Strategie-Workshop und einen Team-Workshop, startklar statt graue Theorie.
"Erwachsene, die mit LEGO-Steinen spielen." Das ist der Satz, der als Erstes fällt, sobald jemand zum ersten Mal von LEGO SERIOUS PLAY hört. Meistens mit einem kleinen Lächeln, das die Antwort schon mitliefert: Nett, aber am Ende doch nur Spielerei.
"Kinderleicht, aber kein Kinderspiel." So lässt sich die Methode in einem Satz zusammenfassen, und dieser Satz trägt mehr, als er beim ersten Lesen zeigt.
Was in einem Workshop passiert, ist schnell erzählt. Die Methode basiert auf dem Kernprozess, der sich in jedem Workshop wiederholt, egal wie groß die Fragestellung ist, immer in denselben vier Schritten:
- Frage. Der Facilitator stellt eine komplexe Frage.
- Bauen. Jede Person baut mit speziellen LEGO Sets ihr eigenes Antwort-Modell. Dabei steht jedes Modell für eine eigene Perspektive, eine Meinung, eine Position, eine Antwort, die sonst im Meeting untergegangen wäre.
- Erzählen. Die Person, die gebaut hat, erklärt, was das Modell bedeutet.
- Reflexion. Aus den Erzählungen entsteht unweigerlich eine Reflexion, neue Einsichten, die vorher niemand einzeln hatte.
Dabei passiert das, was für die Teilnehmenden immer wieder überraschend ist: Menschen sagen Dinge über ihre eigene Sichtweise, von denen sie selbst überrascht sind. "Ich wusste gar nicht, dass ich das wusste."
Im Englischen heißt das treffend "give your brain a hand": Die Hände denken mit, bevor der Kopf hinterherkommt.
Flapsig könnte man fast sagen, dass damit schon die Methode erklärt ist. Stimmt natürlich nicht, denn es gehört viel mehr dazu.
Version 2.0 kann mehr, als der Kernprozess zeigt
LEGO SERIOUS PLAY in der Version 2.0 besteht aus drei Elementen, nicht nur aus dem Kernprozess: Dem Kernprozess selbst, sieben Anwendungstechniken, die sich je nach Fragestellung unterschiedlich kombinieren lassen, und dem Skills Building, mit dem jeder Workshop überhaupt erst beginnt. Ohne dieses Skills Building fehlt der Gruppe die Übung, mit den eigenen Händen zu denken, bevor es an die eigentliche Fragestellung geht. Was die sieben Techniken im Einzelnen leisten und wie sich daraus ein Workshop-Design zusammensetzt, füllt einen eigenen Artikel.
Warum das mehr bringt als eine normale Diskussion
Wir wissen doch, wie es in den meisten Meetings läuft, es gibt diese stille Regel: Wer am lautesten oder am längsten redet, bestimmt das Ergebnis. Rund 20 Prozent der Anwesenden erzählen das, was sie immer erzählen, und mit ihnen geht ein Großteil des Wissens im Raum verloren, schätzungsweise 80 Prozent. Einfach weil niemand danach gefragt hat. Die, die nicht reden, hören, mehr oder oft weniger, zu, nicken (oder beschäftigen sich mit Mails oder Smartphone), und behalten ihre eigentliche Meinung für die Kaffeepause. Wir bezeichnen das gerne als Lean-Back-Workshop: Alle lehnen sich zurück, ein paar reden, der Großteil des Wissens im Raum bleibt ungenutzt.
LEGO SERIOUS PLAY dreht das um, zum Lean-Forward-Workshop: Jede Person baut ihr eigenes Modell, erklärt es, wird gehört und verstanden. Dadurch kommt jede einzelne Perspektive auf den Tisch, zusammengeführt zu einer Lösung, zu der wirklich alle beigetragen haben. 100% Sachebene, 0% Beziehungsebene: Es geht immer nur um das Modell, nicht um die Person, die es gebaut hat.
Die Grundüberzeugungen, auf die Du Dich als Facilitator stützt
Jede Methode hat eine Haltung, die dahintersteht. Bei LEGO SERIOUS PLAY sind das im Kern fünf Überzeugungen, und als Facilitator trägst Du sie mit, nicht nur die Technik: Menschen müssen eine Stimme bekommen, gehört und verstanden werden. Sie wollen von sich aus einen Beitrag leisten, Teil von etwas Größerem sein und Verantwortung übernehmen. Führungskräfte haben nicht auf alles eine Antwort, auch wenn das selten so auf der Visitenkarte steht. Und nachhaltiger Erfolg hängt davon ab, dass tatsächlich alle Stimmen im Raum gehört werden, nicht nur die üblichen Verdächtigen.
Klingt nach gesundem Menschenverstand. Hält sich trotzdem kaum ein Meeting daran, weil das Wissen der einzelnen Mitglieder meistens ungenutzt bleibt. Als Facilitator ist Deine Aufgabe, einen Raum zu schaffen, in dem diese Grundüberzeugungen ihren Platz bekommen.
Was das für Dich als Facilitator bedeutet
Nicht Steine stecken, sondern Räume gestalten
Falls Du überlegst, die Methode selbst zu lernen: Das ist die Fähigkeit, um die es am Ende geht. Es geht nicht darum, Steine richtig zusammenzustecken, das schaffen die meisten Kinder ab einem gewissen Alter in einer Nachmittagsstunde. Es geht darum, einen Raum so zu gestalten, dass niemand mehr schweigend zuhört und jede Person tatsächlich etwas beiträgt.
Was die vier Tage konkret bringen
Vier Tage Ausbildung geben Dir genau das mit: Du lernst, wie man eigene Workshops designt, abhängig von der Fragestellung, genauer von der Frage hinter der Frage. Es geht nicht um Symptombekämpfung. Es geht darum, an die Ursachen zu gehen. Warum es dafür wirklich vier ganze Tage braucht, nicht ein, zwei oder drei, steht in Ein kurzes LEGO SERIOUS PLAY Training reicht völlig.
Im Training wirst Du:
- Die LEGO SERIOUS PLAY Methode in der aktuellen Version 2.0 tiefgehend kennenlernen, erleben und anwenden.
- Den Kernprozess, die sieben Anwendungstechniken und das Skills Building effektiv kombinieren und einsetzen.
- Einen vollständigen, einsetzbaren Blueprint für einen Strategie-Workshop und einen Team-Workshop erhalten, startklar statt graue Theorie.
- Die Dynamiken und Herausforderungen in Workshops steuern, wenn ein Teilnehmer partout nicht bauen will oder ein Modell plötzlich mehr verrät, als geplant war.
- Den wissenschaftlichen Hintergrund verstehen, der die Methode so wirksam macht, für die Momente, in denen jemand fragt, ob das nicht einfach nur Klemmbausteine sind.
- Die Spielregeln, die Haltung und die grundlegenden Glaubenssätze der Methode so verinnerlichen, dass sie in jedem Workshop mitlaufen, ohne dass Du bewusst daran denkst.
Der Unterschied zeigt sich später, sobald ein Workshop nicht nach Plan verläuft, und das passiert früher oder später garantiert. Ob daraus am Ende auch Aufträge werden, hängt von etwas ab, das die Ausbildung allein nicht liefert: Was Du als Facilitator wirklich verkaufst.
Wofür Du das später einsetzt
Ein kleiner Ausschnitt, denn die Liste ist beinahe endlos:
- Strategieentwicklung, bei der nicht nur die Geschäftsführung spricht.
- Teamdynamik, bei der Konflikte auf den Tisch kommen, bevor sie unter der Oberfläche weiterschwelen.
- Transformationsprozesse, in denen Unsicherheit ein Thema wird, das sich bearbeiten lässt, statt verschwiegen zu werden.
- Innovationsrunden, in denen die leiseste Person im Raum die entscheidende Idee liefert.
- Change-Prozesse, bei denen Widerstand sichtbar wird, bevor er den ganzen Prozess lahmlegt.
- Coaching, bei dem die eigene Position im Modell oft klarer wird als im reinen Gespräch.
Was Du mit LEGO SERIOUS PLAY später tust, entscheidest Du selbst. Die Methode passt sich dem Thema an, nicht umgekehrt. Nur die Bauzeit bleibt ungefähr gleich, ob es um die Teamkultur geht oder um die nächste Übernahme.
Die kurze Version der Wissenschaft dahinter
Woher die Methode stammt
LEGO SERIOUS PLAY ist keine Erfindung vom Reißbrett. Die Methode stützt sich auf Konstruktivismus, Konstruktionismus, Neurowissenschaft, Flow-Theorie und Spieltheorie, die zeigen, warum Hände und Kopf gemeinsam mehr zutage fördern als der Kopf allein. Entwickelt wurde sie von einem Team um Robert Rasmussen, der ursprünglichen Idee von Johan Roos und Bart Victor folgend, gemeinsam mit Per Kristiansen, der später dazukam. Beide gründeten daraus im Jahr 2010 die Association of Master Trainers in the LEGO SERIOUS PLAY Method (AoMT), die die Methode bis heute in ihrer ursprünglichen Tiefe weitergibt. Die Idee entstand Mitte der 1990er-Jahre, der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde die fertige Methode 2001, mittlerweile also seit über zwei Jahrzehnten im Einsatz, nicht seit letztem Quartal erfunden.
Der Tiefgang kommt in einem eigenen Artikel
Wieviel genau hinter Konstruktivismus, Konstruktionismus und Flow-Theorie steckt, füllt einen eigenen Artikel, den wissenschaftlichen Tiefgang, warum LSP tatsächlich funktioniert, statt es nur zu behaupten.
Spoileralarm: Es ist Forschung, kein Bauchgefühl, auch wenn sich das mit bunten Steinen in der Hand erstmal anders anfühlt.
Wenn Du das lieber aus Unternehmenssicht lesen willst, hat Brickolution® eine ausführliche Seite zur Methode.
Was bleibt
"Keine Buzzwords, sondern Können, das bleibt." Das ist der Anspruch. Es geht nicht um ein weiteres Workshop-Format für die Schublade. Es geht um ein Werkzeug, das trägt, wenn eine Gruppe feststeckt und keine Präsentation der Welt mehr weiterhilft.
Ob das für Dich ein Werkzeug wird oder eine nette Anekdote für die nächste Kaffeepause bleibt, entscheidet sich nicht beim Lesen. Das entscheidet sich, wenn Du das erste Mal selbst in einem Raum stehst, in dem plötzlich alle etwas zu sagen haben. Passt zu Dir. Oder noch nicht. Oder Du bist längst die Skeptiker:in, die ganz hinten sitzt und trotzdem mitbaut.
Im kostenlosen Meetup bekommst Du genau diesen ersten Eindruck, ohne Dich gleich für vier Tage entscheiden zu müssen. Termine der nächsten Ausbildungen findest Du auf matthias-renner-trainer.com.
Von Matthias Renner, KI-unterstützt recherchiert.





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