Ein paar schnelle Antworten vorab
Wie lange dauert eine LEGO SERIOUS PLAY Ausbildung normalerweise?
Marktangebote reichen von einem Wochenende bis zu vier Tagen. Die vier Tage lange Ausbildung bei der Association of Master Trainers (AoMT) ist bewusst so lang, weil sich Gruppendynamik, Blockaden in Workshops und eigenständiges Workshop-Design nicht in einem Wochenend-Crashkurs vermitteln lassen.
Reicht ein kurzes Format (1 bis 3 Tage) für eine LEGO SERIOUS PLAY Zertifizierung nicht auch aus?
Nein. Es geht um ein grundlegendes Verständnis der Methode: Warum man tut, was man tut. Was man bei LEGO SERIOUS PLAY bewusst nicht tut, obwohl der Bauch vielleicht etwas anderes vorschlagen würde. Und wie man daraus eigene Workshops designt. Das braucht mehr als ein bis drei Tage.
Was, wenn ich mir die vier Tage Ausbildungszeit aktuell nicht leisten kann oder will?
Das kostenlose LEGO SERIOUS PLAY Meetup von Matthias Renner ist ein guter erster Schritt, um die Methode ohne Risiko kennenzulernen, bevor eine Entscheidung für die vier Tage ansteht.
Lohnt sich die vier Tage lange Ausbildung auch mit bestehender Erfahrung als Trainer:in oder Coach?
Ja, gerade dann. Bestehende Erfahrung als Trainer:in oder Coach ersetzt nicht die eigene Disziplin von LEGO SERIOUS PLAY, aber nach der vier Tage langen, fundierten Ausbildung kommt sie erst richtig zum Tragen. Die vier Tage gehen bewusst in die Tiefe, kein Kratzen an der Oberfläche, das ist die Grundlage, auf der eigene Erfahrung dann wirklich wirkt.
Ein kurzes LEGO SERIOUS PLAY Training reicht völlig. Stimmt. Niemand braucht vier Tage, um zu begreifen, dass sich ein roter Stein auch mit einem blauen verbinden lässt.
Diese Behauptung kenne ich gut. Mal als ehrliche Frage von jemandem, der abwägt, ob sich vier volle Tage wirklich lohnen. Mal als Verkaufsargument von Anbietern, die das Gegenteil beweisen wollen, indem sie ihr Zertifikat in einem einzigen Wochenende verteilen.
Und haben die Crashkurs-Anbieter nicht recht?
Nein. Und das sage nicht nur ich. Das sagen die, die die Methode selbst entwickelt haben. Bei der Association of Master Trainers (AoMT), die die Methode bis heute in ihrer ursprünglichen Tiefe weitergibt, dauert die Ausbildung vier Tage. Nicht, weil sich das gut verkauft. Weil vier Tage das sind, was es tatsächlich braucht.
Wie fad wäre die Trainingslandschaft trotzdem ohne die tapferen Wochenend-Gurus, die sich unbeirrt weigern, mehr als zwei Tage für eine Methode zu opfern, die seit über zwei Jahrzehnten Konzernstrategien, Teamkonflikte und Innovationsprozesse trägt, mittlerweile reicht manchen davon sogar ein einziger Tag. Selbsternannte Master in sechs Stunden. Effizienzkünstler. Schnellabfertiger.
Die Wochenend-Gurus müssten also eine bessere Methode gefunden haben als die Menschen, die sie ursprünglich entwickelt haben.
Man könnte sie fast bewundern für die Konsequenz, mit der sie an der Verwässerung einer Methode arbeiten, die eigentlich Tiefe braucht, um zu wirken. Sie fürchten weder Rückfragen noch Reklamationen. Wer den Unterschied nie gelernt hat, kann ihn hinterher auch nicht vermissen. Und mit einem guten Farbdrucker, hochwertigem Papier und einem ansprechenden Design lassen sich ohnehin beeindruckend seriöse Zertifikate gestalten.
Mineralwasser ist kein Champagner, auch wenn es perlt
Nein. Natürlich nicht. Aber Sarkasmus ist einfach herrlich, gerade wenn er einen wahren Kern hat.
Damit das nicht falsch ankommt. Nicht jedes kürzere Format ist automatisch wertlos, und nicht jeder, der zwei Tage anbietet, verwässert vorsätzlich etwas. Aber Tiefe braucht Zeit, um zu entstehen. Diese Beobachtung lässt sich in jedem Workshop nachprüfen, der nicht nach Plan läuft.
Der Unterschied zeigt sich nicht im Seminarraum
Der eigentliche Unterschied zwischen einem kurzen Format (ein, zwei oder drei Tage) und vier Tagen zeigt sich nämlich nicht während der Ausbildung selbst. Er zeigt sich später, wenn jemand zum ersten Mal einen eigenen Workshop moderiert, der nicht nach Plan läuft:
- Wenn die Gruppe plötzlich blockiert, niemand mehr baut und alle nur noch schweigend auf den Tisch starren.
- Wenn ein Modell fertig aussieht, die Person, die es gebaut hat, aber spürbar noch etwas zurückhält, das nicht gesagt wurde.
- Wenn eine Frage kommt, auf die kein Skript, kein Ablaufplan und keine Vorlage eine Antwort parat hat, weil es diese Situation in dieser Form noch nie gab.
- Wenn ein Workshop-Design, das im Seminar wunderbar funktioniert hat, an der eigentlichen Herausforderung eines Kunden vorbeigeht. Kein Standardformat passt exakt auf ein echtes, unordentliches, menschliches Problem.
In diesen Momenten entscheidet sich, ob jemand eine Methode wirklich verstanden hat oder nur ihre Choreografie auswendig gelernt hat.
Was der Kernprozess selbst leistet, für alle, die die Methode noch nicht kennen, steht in LEGO SERIOUS PLAY kurz erklärt.
Ablauf lernen versus Prozess verstehen
Nur die Oberfläche in ein bis drei Tagen
In ein bis drei Tagen lernt man bestenfalls einen Ablauf: Ein paar bewährte Fragen, den richtigen Moment für die nächste Übung, die äußere Choreografie. Der eigentliche Kernprozess ist bei LEGO SERIOUS PLAY untrennbar mit den sieben Anwendungstechniken verwoben, jedenfalls wenn die Methode so unterrichtet wird, wie sie die Association of Master Trainers lehrt. Manche Anbieter trennen das künstlich, um schneller ein Zertifikat auszustellen. Das ändert nichts daran, dass in ein bis drei Tagen nur die Oberfläche entsteht. Egal wie überzeugend das Marketing eines Anbieters klingt oder wie sehr er das Gegenteil behauptet: Echte Tiefe entsteht bei LEGO SERIOUS PLAY nicht in ein bis drei Tagen, und sie entsteht auch nicht dadurch, einen verkürzten Ablauf einfach wieder und wieder zu wiederholen.
Das reicht vollkommen, wenn das Ziel ein netter, kurzweiliger Workshop ist, bei dem am Ende alle gut gelaunt nach Hause gehen. Das reicht aber nicht, wenn am Ende tatsächlich etwas anders werden soll, als es vorher war.
Was vier Tage zusätzlich vermitteln
In vier Tagen lernt man etwas anderes: Warum der Prozess überhaupt funktioniert. Welche Gruppendynamik entsteht, wenn mehrere Menschen gleichzeitig mit ihren Händen denken, statt nur mit dem Mund zu reden. Was zu tun ist, wenn sich jemand in der Gruppe verweigert, statt es einfach zu übergehen. Woran man erkennt, ob ein Modell wirklich fertig ist oder nur so aussieht, als wäre es fertig. Und wie man einen Workshop von Grund auf so gestaltet, dass er zur tatsächlichen Herausforderung eines Kunden passt, statt ein Standardformat über ein Problem zu stülpen, das nie ganz dazu passen wird.
Rezept abarbeiten oder kochen können
Das ist der Unterschied zwischen jemandem, der ein Rezept abarbeitet, und jemandem, der kochen gelernt hat. Beide können ein Gericht nachkochen, solange alles nach Plan läuft, die Zutaten frisch sind und die Küche ruhig bleibt. Nur einer von beiden weiß, was zu tun ist, wenn die Sauce plötzlich gerinnt, der Ofen ausfällt oder plötzlich Gäste am Tisch sitzen, die vegan, karnivor oder makrobiotisch essen. Der andere greift zum Rezept zurück und merkt, dass darin keine Antwort steht. Der eine kocht einfach weiter, so wie es in dem Moment richtig ist, und geht auf die Bedürfnisse seiner Gäste ein.
Aber ich kann doch schon moderieren, coachen, unterrichten
Ein Einwand kommt fast immer von Menschen, die schon etwas können: Lehrer:innen, Hochschulprofessor:innen, Organisationsentwickler:innen, Facilitator:innen, Coaches. Die Frage klingt vernünftig. Ich moderiere doch schon seit Jahren Gruppen, ich stehe doch schon vor Menschen, reicht da nicht eine kürzere Ausbildung?
Niemand wird ein guter Schreiner, nur weil er ein guter Installateur ist. Niemand kocht automatisch gut, nur weil er eine ausgezeichnete Servicekraft ist. Beide Handwerke berühren sich, ohne austauschbar zu sein. LEGO SERIOUS PLAY ist eine eigene Disziplin, mit einer eigenen Logik, die sich von klassischer Moderation, Lehre oder Coaching unterscheidet. Bestehende Erfahrung hilft, diese Logik schneller zu verstehen. Sie ersetzt sie nicht.
Warum das mehr ist als ein methodisches Detail
Nur Improvisation ohne Fundament
Diese Unterscheidung ist kein akademisches Feingefühl. Sie entscheidet direkt darüber, wie tragfähig ein Workshop ist, und damit auch, ob sich darauf ein stabiles Business aufbauen lässt. Wer nur den Ablauf kennt, kann Workshops moderieren, solange sich Gruppen, Themen und Erwartungen brav an die Vorlage halten. Passiert das nicht, und in der Praxis passiert es ständig, bleibt nur Improvisation ohne Fundament.
Was Auftraggeber tatsächlich spüren
Gerade in Zeiten, in denen Aufträge nicht von allein hereinkommen, ist die Versuchung groß, irgendwo schnell noch ein Zertifikat draufzusatteln, eines mehr auf dem LinkedIn-Profil, eine weitere Zeile im Angebot. Nur verändert ein zusätzliches Zertifikat nicht automatisch, wie ein Auftraggeber einen wahrnimmt. Auftraggeber merken es an der Tiefe der Fragen, die während eines Workshops gestellt werden, und an der Ruhe, mit der ein Prozess auch dann gehalten wird, wenn es an einer Stelle unbequem wird. Das lässt sich nicht vortäuschen, und ein Kurzformat kann es schlicht nicht vermitteln, egal wie gut gemeint es ist.
Wenn "Das funktioniert bei uns nicht" fällt
Es gibt noch eine zweite, leisere Folge, die man erst nach einiger Zeit hört, aus ganz anderen Unternehmen: "Das funktioniert bei uns nicht." Oder: "Wir haben das schon mal ausprobiert, das ist nichts für uns." Dabei liegt es selten an der Methode selbst. Der erste Versuch war schlicht verwässert, nur hat das in dem Moment niemand bemerkt.
Sinnvolles Gestalten statt Lustig-Lustig-Trallala Trainings. Darum geht es. Es geht nicht um die Frage, ob mit LEGO Steinen gebaut wurde. Es geht darum, ob am Ende etwas entstanden ist, das trägt.
Vier Tage sind der Anfang, nicht das Ziel
Ganz ehrlich: Auch vier Tage machen aus niemandem über Nacht jemanden, der jede Blockade souverän auflöst. Sie legen ein festes und starkes Fundament. Den Rest übernimmt die Praxis. Der Unterschied ist, dass dieses Fundament trägt. Wer versteht, warum ein Prozess funktioniert, kann aus den ersten holprigen eigenen Workshops lernen und daraus etwas mitnehmen. Wer nur einen Ablauf auswendig gelernt hat, wiederholt bei jeder Abweichung denselben Fehler, ohne zu merken, woran es eigentlich liegt.
Manche Teilnehmende sagen danach sogar, sie hätten gerne noch einen fünften Tag gehabt, um noch tiefer in einzelne Anwendungstechniken einzusteigen oder um noch mehr eigene Workshop-Designs selbst zu bauen. Vier Tage sind ambitioniert genug. Das Gegenteil von zu viel.
Deshalb hört eine gute Ausbildung für die meisten nicht am vierten Tag auf. Im Anschluss ist der Austausch mit anderen Facilitator:innen, die dieselbe komplette Ausbildung durchlaufen haben, kein netter Zusatz. Er ist der Ort, an dem aus einer Methode tatsächlich ein verlässliches Handwerk wird. Die Association selbst bietet dafür Facilitator-Treffen auf drei Ebenen an: Global, Regional und auf Landesebene. Ein kürzeres Zertifikat allein in der Schublade liefert diesen Austausch nicht mit. Es fehlt die gemeinsame Tiefe, über die man sich austauschen könnte.
Die Geld-Frage, die niemand stellt
Die Anbieter-Perspektive
Eine Frage, die interessanterweise selten gestellt wird: Warum sollte ich, oder irgendein anderer Trainer aus der Association of Master Trainers, ernsthaft eine vier Tage lange Ausbildung anbieten, wenn sich mit einem kürzeren Format pro Stunde mehr verdienen ließe? Wer nur auf die eigene Kalkulation schaut, müsste eigentlich das kürzere Format bevorzugen.
Die Teilnehmenden-Perspektive
Für Teilnehmende gilt fast das Gegenteil. Pro Tag, und noch mehr pro investierter Stunde, ist die Ausbildung der Association eine der günstigsten am Markt, nicht die teuerste. Günstiger wirken kürzere Formate nur in der Gesamtsumme. Und dieses "günstiger" bedeutet hier vor allem eines: Billiger. Für vergleichsweise wenig mehr Gesamtkosten bekommt man bei der Association keine künstlich aufgeteilte Basis- und Fortgeschrittenen-Stufe. Man bekommt die vollständige Ausbildung in einem Stück, so wie es die Methode selbst braucht, um wirklich vermittelt zu werden, und zwar in der Version 2.0, die erst nach der Open-Source-Freigabe der Methode im Jahr 2010 entstanden ist.
Nicht die Marge, sondern die Tiefe
Spoileralarm: Der Grund, warum die Association trotzdem bei vier Tagen bleibt, ist nicht die eigene Marge. Es liegt an Qualität und Tiefe.
Wer eine Methode ausbildet, die in Unternehmen wirklich etwas bewegt, statt nur für einen Nachmittag Stimmung zu machen, kann sie nicht in einem verkürzten Format weitergeben, ohne das zu beschädigen, was sie eigentlich wertvoll macht. Keine Buzzwords, sondern Können, das bleibt. Das lässt sich nicht in sechs Stunden vermitteln, egal wie gut das Zertifikat am Ende aussieht.
Diese Versuchung wird in wirtschaftlich angespannten Zeiten größer, nicht kleiner. Ausgerechnet dann verkaufen sich Kurzformate am leichtesten, weil sie billiger und schneller sind als eine vier Tage lange Investition. Nur bleibt die Rechnung am Ende dieselbe: Wer beim Format spart, spart auch bei dem, was ein Workshop tatsächlich bewirken kann.
Was das für Dich bedeutet, wenn Du gerade abwägst
Falls Du selbst gerade überlegst, ob sich vier volle Tage lohnen: Die ehrliche Antwort lässt sich zu einem großen Teil bereits im Seminarraum geben. Und sie zeigt sich noch viel mehr hinterher, vor allem in den unbequemen Momenten, in denen eine Gruppe blockiert, ein Modell nicht das hergibt, was der Ablaufplan vorsah, oder ein Kunde eine Frage stellt, auf die kein Skript eine Antwort hat. Wer diese Momente hält, statt sie zu improvisieren, unterscheidet sich am Markt nicht durch ein zusätzliches Zertifikat auf dem Papier. Er unterscheidet sich durch das, was Auftraggeber tatsächlich spüren, wenn sie mit einem zusammenarbeiten.
Entscheidend ist dabei weniger Talent oder Begabung als die Zeit, die investiert wurde, um eine Methode wirklich zu durchdringen, statt sie nur einmal durchlaufen zu haben. Wer diese Zeit nicht investiert, wird früher oder später trotzdem merken, dass sie fehlt, nur eben mitten in einem Workshop, vor einem Kunden, statt vorher in einem geschützten Rahmen.
Was ein Kunde dann tatsächlich kauft, wenn er einen Workshop bucht, und was das für die eigene Positionierung als Facilitator bedeutet, ist eine eigene Frage: Was Du als Facilitator wirklich verkaufst.
Wenn Du wissen willst, wie diese vier Tage konkret aussehen und wann der nächste Termin stattfindet: Die aktuellen Ausbildungstermine findest Du auf matthias-renner-trainer.com.
Von Matthias Renner, KI-unterstützt recherchiert.





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