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Skills Building: Die erste Stunde, die in keinem LEGO® SERIOUS PLAY® Workshop fehlt

Skills Building ist die erste Stunde jedes LEGO SERIOUS PLAY Workshops, fest reserviert. Warum sie nie gekürzt wird und was dort passiert.

Ein paar schnelle Antworten vorab:

Was ist Skills Building bei LEGO SERIOUS PLAY (LSP) genau?

Skills Building ist die erste Phase eines LSP-Workshops, in der Teilnehmende die Methode, ihre Regeln und das Bauen mit den Steinen kennenlernen, bevor die eigentliche inhaltliche Arbeit beginnt. Sie dauert in der Regel rund eine Stunde und läuft in vier aufeinander aufbauenden Runden ab.

Ist Skills Building dasselbe wie ein Eisbrecher oder ein Warm-up?

Nein. Ein Icebreaker lockert eine Gruppe auf, mehr nicht. Skills Building vermittelt tatsächliche Kompetenzen: Die Bausprache der Methode, die Umgangsformen des Workshops und ein erstes Vertrauen zur Person, die ihn führt. Es ist Teil des Workshops, kein loses Vorspiel davor.

Kann man Skills Building weglassen, um Zeit zu sparen?

Nein, außer eine Gruppe hat schon einmal mit der Methode gearbeitet. Dann entfällt es oder wird deutlich verkürzt. Bei einer neuen Gruppe gilt die Stunde als fest reserviert.

Warum wird in einer Runde des Skills Buildings nach Anleitung gebaut, obwohl das im restlichen Workshop nie passiert?

Weil es beim Kennenlernen der Steine und einem schnellen Erfolgserlebnis hilft, nicht bei der inhaltlichen Arbeit. Wer lange nicht mehr mit den Steinen gebaut hat, bekommt in wenigen Minuten Sicherheit im Umgang mit dem Material, bevor die erste eigene Metapher entsteht.


Ach, dann lassen wir doch einfach dieses Skills Building am Anfang weg?!"

Nein. Nein. Nein.

Diese Frage kommt öfter, als man denkt, meistens von jemandem, der eine Stunde Workshop-Zeit sparen will. Die Antwort bleibt immer dieselbe: Diese erste Stunde eines LEGO SERIOUS PLAY Workshops ist fest reserviert. Sie wird niemals gekürzt, egal wie knapp der Tag wird. Skills Building ist nicht verhandelbar, vermutlich sogar der wichtigste Teil des gesamten Workshops.

Durch diese eine Stunde, die man am Anfang einspart, vergeigt man sich den Rest des Workshops. Aber immerhin hat man eine Stunde gespart.

Klingt seltsam, ist aber so. Aber zuerst einmal: Was ist Skills Building überhaupt, wenn es kein Eisbrecher ist?

Kein Eisbrecher. Ein Fundament.

Ein Eisbrecher soll eine Gruppe auflockern, mehr nicht. Skills Building vermittelt etwas Konkreteres: Die Bausprache der Methode, mit der später jede Metapher entsteht. Teilnehmende erleben vielleicht zum ersten Mal, wie aus einem Haufen Bausteinen eine Geschichte wird, im Jargon der Methode Storymaking genannt. Sie lernen die Regeln des Workshops kennen, zum Beispiel dass jedes Modell für sich steht und niemand widerspricht. Und sie bauen langsam Vertrauen auf, zur Methode selbst und zu der Person, die durch den Tag führt.

Dieses Vertrauen hat auch mit psychologischer Sicherheit zu tun, einem Konzept der Forscherin Amy Edmondson. Menschen bringen sich nur dann wirklich ein, wenn sie sicher sein können, dass niemand ihre erste, vielleicht wacklige Antwort belächelt. Diese Sicherheit entsteht nicht durch eine Ansage am Anfang. Sie entsteht Runde für Runde.

Die vier Runden, aus denen Skills Building besteht

  1. Freies Bauen mit einem kleinen Set. Ein paar Steine, eine einfache erste Aufgabe, und los geht's. Wer seit Jahrzehnten nicht mehr mit den Steinen gespielt hat, kommt hier wieder rein, ohne Erwartung an ein perfektes Ergebnis. Übrigens ist es auch immer dieselbe Aufgabe, nicht besonders fancy, aber enorm wirkungsvoll. Und selbst nach mehr als zehn Jahren, verwende ich immer noch dieselbe Aufgabe.
  2. Bauen nach Anleitung. Klingt paradox, weil im restlichen Workshop niemals nach Anleitung gebaut wird. Diese Runde hat trotzdem ihren Sinn: Teilnehmende lernen die Steine kennen, welche durchsichtig sind, welche beweglich, wie sie zusammenpassen, und bekommen dabei ein schnelles Erfolgserlebnis. Dieses Gefühl, ich kann das, gibt Sicherheit für den Rest des Tages.
  3. Das Anleitungsmodell in eine Metapher verwandeln. Das eben gebaute Modell wird umgedeutet, es wird zum Bild für etwas anderes. Für viele Teilnehmende ist das der erste Moment, an dem klar wird, wie das mit den Metaphern eigentlich funktioniert. Sie erleben es, bevor sie es beim eigenen Thema zum ersten Mal selbst tun müssen.
  4. Storymaking. In dieser vierten Runde geht es um das Storymaking, nicht darum, näher an das Ziel des Tages heranzukommen.

Wer diese Reihenfolge gern mit einem Bild vergleicht: Skills Building ist das Training vor dem Marathon, nicht das Rennen selbst. Es geht nicht darum, schon am Ziel zu sein. Es geht darum, dass alle Teilnehmenden an derselben Startlinie stehen, bevor der eigentliche Lauf beginnt. Wer diese Stunde überspringt, schickt jemanden, der noch nie gelaufen ist, gegen eine Person ins Rennen, die schon zehn Marathons hinter sich hat. Noch dazu würden nicht alle an derselben Linie starten: Manche bekämen 5 km Vorsprung, andere hätten das Gefühl, sie müssten 10 km mehr laufen.

Warum diese Stunde über den ganzen Tag entscheidet

In dieser einen Stunde passieren drei Dinge, nie nur das Bauen selbst:

  • Teilnehmende erlangen die Kompetenz, überhaupt mit der Methode zu arbeiten, ohne die niemand ernsthaft eine eigene Metapher baut.
  • Sie lernen die Umgangsformen und Regeln, die den ganzen Tag tragen, von der ersten bis zur letzten Baurunde.
  • Und sie bauen Vertrauen zum Facilitator auf, der sie durch den Workshop führt. Noch dazu erfahren sie dabei psychologische Sicherheit, eine Voraussetzung dafür, dass später auch unbequeme Fragen ehrliche Antworten bekommen.

Wer diese Stunde streicht, kürzt an der Grundlage, auf der der ganze restliche Tag aufbaut. In Ein kurzes LEGO SERIOUS PLAY Training reicht völlig geht es genau um diese Art von Abkürzung. Dort wird sichtbar, was verloren geht, wenn ein Kurzformat alles auf das vermeintlich Nötigste zusammenstreicht. Skills Building gehört zu den ersten Dingen, die dabei meistens wegfallen, weil es auf den ersten Blick nach der am leichtesten verzichtbaren Stunde aussieht.

Wer einen LSP-Workshop bucht, hat selten die Möglichkeit, diese erste Stunde vorab zu beurteilen. Ein einfaches Erkennungszeichen hilft trotzdem: Wer als Facilitator offen erklärt, wie diese Stunde abläuft und warum sie nicht verhandelbar ist, hat sie vermutlich auch selbst verinnerlicht. Wer sie nur knapp erwähnt oder als optional abtut, hat sie selbst meist auch nicht verstanden.

Wenn Du selbst Facilitator werden willst

Für angehende Facilitator:innen ist das mehr als eine Randnotiz. Eine Ausbildung, die Kernprozess, die sieben Anwendungstechniken und Skills Building gründlich vermittelt, gibt mehr mit als bloßes Wissen über die Methode. Das habe ich in Was Du als Facilitator wirklich verkaufst bereits ausgeführt. Wer nur den äußeren Ablauf kennt, aber nie gelernt hat, warum diese erste Stunde so viel trägt, liefert später selbst höchstens einen netten Nachmittag mit bunten Fotos. Dann lieber einen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen verbringen, da hat man unter Umständen mehr davon.

Was die Methode als Ganzes kann, außerhalb dieser einen Stunde, steht ausführlich auf brickolution.com.

Skills Building ist keine Aufwärmübung. Es ist das Fundament eines jeden erfolgreichen Workshops. Und der Grund, warum am Ende des Tages alle am selben Ziel ankommen, nicht nur die, die ohnehin schon geübt waren. Wenn Du selbst erleben willst, wie sich das live anfühlt: Termine der nächsten Meetups und Ausbildungen findest Du auf matthias-renner-trainer.com.

Von Matthias Renner, KI-unterstützt recherchiert.

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